Einflußfaktoren auf den Laktatwert
Der gemessene Laktatwert kann durch verschiedene Faktoren
beeinflusst werden.
Tagesperiodik
Ähnlich wie die Herzfrequenz, hat die Blutlaktatkonzentration
tageszeitliche Schwankungen. Diese sind so erheblich, dass die Testabsolventen
bei Wiederholungsuntersuchungen jeweils zur gleichen Uhrzeit den
Stufentest absolvieren sollten. Es konnte nachgewiesen werden, dass
die erzielten Leistungswerte entsprechend 3 bzw. 4 mmol/l Laktat
durchaus eine ganze Teststufe, von niedrigster zu höchster
erzielten Leistung an einem Tag trennen können. Die Leistungsdiagnostik
sollte zudem möglichst in der Haupttrainingszeit liegen, da
dort in der Regel das tageszeitliche Leistungshoch anzufinden ist.
Ernährung
Die Beeinflussung des Laktats durch eine Entleerung der Muskelglykogendepots
war ebenfalls schon Thema vieler sportmedizinischer Untersuchungen.
Solch eine Reduktion des Speicherinhalts der Glykogendepots kann
zum einen Folge von höheren körperlichen Belastungen sein,
aber auch ernährungsbedingte Ursachen haben, kann ebenso eine
Mischung dieser Gründe sein. Besonders das Essverhalten nach
physischen Belastungen spielt dabei eine Rolle.
Anschaulich darzulegen ist dies an der Tatsache, dass
Laktat ein temporäres Abbauprodukt der Glucose bzw. des Glykogens
ist. Wenn nun die Gesamtmenge an vorhandenem Glykogen relativ erniedrigt
ist, so kann nur entsprechend weniger Laktat gebildet werden. Dieses
könnte dann fälschlicherweise als Leistungsverbesserung
angesehen werden, bzw. zur Überschätzung der untersuchten
Person verleiten, denn die Laktat-Leistungskurve einer Untersuchung
im Zustand teilentleerter Glykogendepots, wie sie nach langandauernden
und intensiven Trainingseinheiten oder Wettkämpfen vorkommen,
ist nach rechts bzw. unten verschoben, reicht aber auch häufig
nicht bis zu solch hohen Werten, wie es bei Untersuchungen im Zustand
gefüllter Glykogendepots der Fall ist.
Die Ernährung im Vorfeld leistungsdiagnostischer
Untersuchungen sollte reich an Kohlenhydraten sein und möglichst
fettarm gehalten werden, was ganz allgemein für die Ernährung
von Ausdauersportlern zutrifft.
Vorbelastungen
Trainingsvorbelastungen können ebenfalls einen hohen Einfluss
auf das Verhalten von Laktatwerten ausüben. Bei intensiven
oder langen Trainingseinheiten am Vortag bzw. am selben Tag eines
Tests ist über die Teilentleerung der Muskelglykogenspeicher
mit einer Beeinflussung der Laktat-Leistungskurve zu rechnen.
Belastungen, welche in ihrer Intensität über
die Leistung entsprechend ca. 80 % der Geschwindigkeit bei 4 mmol/l
hinaus gehen, bewirken, bei entsprechender Zeitdauer (schon ab etwa
45 min), schon eine solche Verfälschung der leistungsdiagnostischen
Werte zum Positiven hin.
Die Veränderlichkeit des Laktatverhaltens durch
eine Vorbelastung steht im engen Zusammenhang mit der Ausdauerleistungsfähigkeit
der Testabsolventen. Je höher die Ausdauerleistungsfähigkeit
ist, desto geringer ist der Einfluss.
Am Tag vor einer leistungsdiagnostischen Untersuchung
sollte deshalb möglichst kein oder ein nur sehr wenig intensives
Training kurzer Dauer durchgeführt werden. Am Tag der Untersuchung
selbst sollte nicht mehr trainiert werden.
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